Das Unternehmen im Zeitraffer: Geschichten statt Festvorträgen zum Jubiläum

©thecompanystage

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Müssen Jubiläumsfeiern immer nach dem gleichen Muster ablaufen? Wie verbindet man Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einer Geschichte? Wie thematisiert man einen Generationenwechsel?

Ausgangssituation

Der mittelständische Familienbetrieb (Großhandel) feierte sein 50jähriges Betriebsjubiläum und wollte aus diesem Anlass für die MitarbeiterInnen eine festliche Abendveranstaltung mit Buffet und einem lustigen Unterhaltungsteil organisieren. Als Ort war bereits ein Hotel gebucht, das sich schon bei diversen betrieblichen Anlässen bewährt hatte.

Als wir durch die Büroräume gingen und die MitarbeiterInnen bei der Arbeit sahen, konnten wir uns des Eindrucks nicht erwehren, dass für Heiterkeit und Lachen kein Anlass bestand. Daher versuchten wir im Gespräch mit den Eigentümern möglichst viel über die Geschichte des Unternehmens und die derzeitige Situation zu erfahren. Doch blieb es zunächst bei vagen Andeutungen über interne Probleme, aber man betonte, dass das Unternehmen sehr erfolgreich ist.

Konzeptentwicklung / Idee

Nach dem Studium der Unternehmensbroschüren baten wir um ein weiteres Gespräch, da wir überzeugt waren, dass uns noch wichtige Informationen fehlten. Wir legten unseren Eindruck klar auf den Tisch und baten um offene und ehrliche Information. Nun erfuhren wir mehr über die schweren Jahre der Unternehmensgeschichte, die nur wenige der MitarbeiterInnen miterlebt hatten. Das dringende Nachfolgeproblem – es war eines der „offenen Geheimnisse“ – wurde offengelegt und der Grund für die allgemeine Unsicherheit genannt, nämlich eine Mitarbeiterbefragung, deren Ergebnisse bereits überfällig waren.

Nach all diesen Informationen entwickelten wir das Konzept einer „intimen“ Veranstaltung in einem Rahmen, dessen Atmosphäre Geborgenheit und Wohlfühlen ausstrahlen sollte. Wir wählten ein Seminarhaus, das exklusiv für die Gruppe reserviert wurde und deren Räume wir mit sorgfältig gewählter Musik, Lichtdesign und Blick auf eine kleine Bühne gestalteten.

Realisierung

Als Programm entwickelten wir ein Szenisches Storytelling. Die Geschichte des Unternehmens mit allen Höhen und Tiefen wurde in einen Text gegossen, der aus einem großen Buch rezitiert wurde. Rund um diese zentrale Story war eine zweite Geschichte gewoben, die von Gegenwart und Zukunft des Unternehmens handelte, szenisch dargestellt von zwei Schauspielern. Die Zukunftsvision vermittelte Optimismus: „Die Potentiale sind vorhanden – gemeinsam können wir erfolgreich sein.“

Auswertung

Das Feedback, das die Inhaberfamilie und wir an diesem Abend erhielten war berührend. Ein Mitarbeiter, der seit drei Jahren an Bord war, sagte zum Beispiel: „Jetzt weiß ich erst in welchem Unternehmen ich arbeite.“

©Erich Wiesmüller_www.wiesmüller.at

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Das Bild zu diesem Beitrag ist ein Werk des Künstlers Erich Wiesmüller, contemporary collage artist, Berlin-Wien, www.wiesmüller.at
Titel: was blieb das war die wahrheit des gefühls, arbeit auf karton, 30 x 30 cm, goldpapier, leinen, kreidestift

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