Moderationskunst als Schlüssel – Fachgespräch mit Branchenkollegen

Wie kann ein langjährig gewohntes Veranstaltungsformat vom Frontalvortrag zur lebendigen Fachdiskussion entwickelt werden? Welche Fähigkeiten eines Moderators sind erforderlich, um einen interaktiven Prozess im Plenum zu ermöglichen? Mit welcher Methode kann eine nachhaltige Wirkung erzielt werden?

 

Ausgangssituation

Schon am Telefon äußerte der Projektleiter der Internationalen Interessenvertretung einer Branche seinen Wunsch nach einem hochkarätigen Redner, der so etwas wie ein „Zugpferd“ sein sollte. Nur so wäre die Veranstaltung attraktiv für seine Mitglieder.

Konzeptentwicklung / Idee

Nachdem die Tagungen bisher nicht schriftlich ausgewertet wurden, mussten wir uns auf die Berichte der MitarbeiterInnen stützen. Dabei eröffnete sich uns ein großer Schatz an kritischen Kommentaren, kreativen Ideen und positiver Energie und mündete in einer neuen Zielsetzung: „Aufgreifen eines brandaktuellen Themas, das für die Praxis der Mitglieder von hoher Relevanz ist. Der Vortrag sollte Anstoß für die Auseinandersetzung der Mitglieder mit dem Thema sein und einen konkreten Impuls für die eigene Arbeit geben.“

Für den Keynote-Speaker stellten wir gemeinsam mit dem Moderator ein schriftliches Briefing zusammen, das ebenso wie der Ablaufplan signalisieren sollte, dass die Erwartungen der Teilnehmer sehr spezifisch waren und ein interaktives Design überraschende Fragen und eine lebhafte Diskussion erwarten ließ.

Realisierung

Bereits in der Vorbereitungsphase wurde der Kommunikationsprozess mit den potentiellen TeilnehmerInnen gestartet. Sie konnten ihre Interessen bekannt geben und eigene Fragen formulieren. Sofort nach ihrer Anmeldung erhielten sie ein Thesenpapier und Informationen zum Teilnehmerkreis und Ablauf. Damit sollten die bisher üblichen kurzfristigen Absagen verhindert werden.

Beim Eintritt in die Location wurde jeder Teilnehmer persönlich begrüßt und zu einem Stehtisch begleitet. Der Einstieg in das Thema erfolgte durch einen Dialog zwischen Moderator und Referent. Es folgte eine Diskussionsrunde mit jeweils sieben TeilnehmerInnen an jedem Stehtisch, die sich auf eine Kernfrage zum Input einigten. Der Moderator bündelte die Ergebnisse für den Referenten, der zunächst ein Statement zu den einzelnen Fragen abgab und dann in eine angeregte Plenumsdiskussion einstieg, in der auch kontroverse Meinungen mit Interesse und gegenseitiger Wertschätzung vertreten wurden.

Auswertung

Der Ablauf des Abends wurde mit einer Fotostrecke dokumentiert, sodass auch Mitglieder, die verhindert waren, einen lebendigen Eindruck erhielten. Im Feedback-Gespräch mit dem Auftraggeber und dem Projektteam wurde der Gesamtablauf reflektiert, Erfahrungen festgehalten und Verbesserungsvorschläge für das nächste Projekt notiert. Dann konnte das Projektteam mit berechtigter Freude diesen Erfolg feiern.

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Bild zu diesem Beitrag ist ein Werk der Künstlerin Christine Baumann, Wien, www.baumann.wuk.at
Titel: dots, ariable Installation mit Schraubdeckeln, Lack, seit 2010 fortlaufend

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