Bühne als Spiegel der Realität

©thecompanystage

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Reflexion einer schwierigen Arbeitssituation

Wie kann man logisch-analytisch orientierten MitarbeiterInnen die Bedeutung der Kommunikation bewusst machen? Kann die Verfremdung durch Theatermethoden helfen Tabus in Organisationen anzusprechen? Welches VeranstaltungsDesign initiiert eine wirkungsvolle Zusammenarbeit virtueller Teams?

Ausgangssituation

Das Support-Center eines internationalen Software-Unternehmens plante seine Jahrestagung für Österreich und die osteuropäischen Töchter. Zielsetzung sollte die Reflexion und der offene Austausch über die Arbeitssituation sein. Da es sich um eine jährlich durchgeführte Veranstaltung handelte, war uns ein Rückblick auf die bisherigen Veranstaltungen wichtig: Wie sind sie abgelaufen, wie war das Feedback, wie die Ergebnisse? Dies besonders, da es einen Wechsel in der Geschäftsführung gab und damit offensichtlich auch im Führungsstil.

Während bei früheren Tagungen trockene Sachinformation dominierte, sollte diesmal die Kommunikation und der Erfahrungsaustausch im Vordergrund stehen, die Arbeitssituation virtueller Teams und die spezifischen Anforderungen an die Zusammenarbeit thematisiert werden. Die Bühne sollte für eine Darstellung der Unternehmenskultur und Arbeitsrealität mit künstlerischen Methoden genutzt werden.

Konzeptentwicklung / Idee

Wir empfahlen die Methode des Unternehmenstheaters einzusetzen. Die Informationen und Eindrücke über die Unternehmenskultur als Basis für die Entwicklung eines Theaterstückes erfolgten durch Interviews mit einer repräsentativen Zahl von MitarbeiterInnen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen und Hierarchiestufen und auch mit Kunden.

Nächste Schritte waren das Schreiben des Textbuches, das Casting der SchauspielerInnen, die Probenarbeit, die Herstellung von Kostümen und Requisiten und die Generalprobe am Tag vor der Veranstaltung auf der Originalbühne.

Realisierung

Arbeitssprache war deutsch, kurzfristig wurde dann vom Auftraggeber entschieden, doch auch eine Simultanübersetzung ins Englische vorzunehmen. Das erforderte ein Höchstmaß ans Flexibilität des Drehbuchautors und Regisseurs, der die Übersetzung des Textbuches über Nacht revidierte und sich dann kurz entschlossen zum Dolmetscher in die Kabine setzte, um ihn zu unterstützen. Unmittelbar nach der Aufführung stellten sich die beiden Top-Führungskräfte auf der Bühne der durchaus kontroversiellen Diskussion. Die Darstellung der täglichen Probleme in geballter Form in einer Satire wurde einerseits als überzeichnet erlebt, andererseits konnte man gerade darin die eigenen Anteile erkennen und auch über sich selbst herzlich lachen.

Auswertung

Der Projektablauf wurde mit dem Projektteam ausführlich besprochen und die Erfahrungen dokumentiert. Das Feedback an das Theaterteam und uns nach zwei Monaten: „In vielen Meetings wird nur die heile Welt präsentiert. Mit dem Unternehmenstheater sind die Schattenseiten genauso wie der Spaß und die Freude am Job transparent geworden. Es war die Ehrlichkeit, die so positiv angekommen ist.“

 

©Klaus Kerstinger_www.kerstinger.com

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Das Bild zu diesem Beitrag ist ein Werk des Künstlers Klaus Kerstinger, Wien, www.kerstinger.com
Titel: Reflektive, 2014, Mixed Media auf Leinwand, 80×60cm

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